Über Ayurveda

Ayurveda ist ein traditionelles, ganzheitliches Gesundheitskonzept, älter als jedes andere medizinische System, das in Indien seit mehr als 5000 Jahren angewendet wird. Ayurveda ist auch als „Medizin derGötter“ bekannt, seine Wurzeln liegen im historischen Sanskrit – dort steht „ayur“ für Leben und „ved“ für Wissen. Ayurveda bietet eine umfangreiche Quelle für ein gesundes Leben, insbesondere in unserer modernen Zeit, in der Krankheiten und Leiden weit verbreitet sind.

Ayurveda, das heute als Alternativmedizin weltweit anerkannt wird, repräsentiert die Wissenschaft eines gesunden Lebens und der Langlebigkeit, die aus der Vedischen Tradition Indiens stammt. Basierend auf dem Prinzip des ewigen Lebens, liegt diesem holistischen Gesundheitssystem ein umfangreiches Wissen zugrunde, das acht Bereiche umspannt. Seine Grundannahme beinhaltet die Symbiose von Verstand, Körper und Geist. Jede Disharmonie zwischen dieser Synthese kann die Ursache physischer Beschwerden sein. Mit der ayurvedischen Heilkunst versucht man, die Harmonie des Körpers wieder herzustellen, indem eine optimale Gesundheit wieder aufgebaut wird.

Von Indien ausgehend wurde die Kunst des Ayurveda durch reisende buddhistische Mönche im sechsten Jahrhundert vor Christi Geburt nach Tibet, China, in die Mongolei, nach Korea und Sri Lanka verbreitet. Obwohl von den ursprünglichen Formen nicht viele Elemente überliefert wurden, können die Wirkungen heute in den verschiedenen neuen Konzepten unserer Zeit erlebt werden, die darauf aufbauen.

Über die Jahrhunderte hinweg hatte Ayurveda begünstigende Einflüsse auf die Systeme der Chinesischen Medizin, auf die Medizin der Unani, und auf die medizinischen Praktiken des Hippokrates in Griechenland. Unser heute bekanntes Wissen über diese uralte Indische Medizin beruht vorwiegend auf der Charaka Samhita (obwohl es auch frühere Versionen gibt, werden die Ursprünge des Charaka Samhita in seiner heutigen Form geschätzt auf die Entstehung im ersten Jahrhundert vor Christi Geburt), auf der Vagbhatta Astanga Hridaya (500 vor Chr.), und auf der Susruta Samhita (vermutlich liegen die Ursprünge der Susruta Samhita in den letzten Jahrhunderten vor Chr., aber das Datum der heutigen Version wurde von Wissenschaftlern auf das siebte Jahrhundert vor Christi Geburt datiert).

Diese drei klassischen Texte beschreiben die zugrundeliegenden Prinzipien und Theorien, von denen aus sich diese Alternativ-Medizin entwickelt hat. Sie reflektieren eine beeindruckende Menge an klinischen wie auch an chirurgischen Informationen, noch weiter angereichert durch spätere Forschung über die Behandlung einer großen Menge von Krankheiten und Leiden.

Die Prinzipien des Körpers

Die ayurvediscche Lehre betrachtet den Körper als mikrokosmisches Universum, in dem die fünf Grundelemente ( panchamahabhutas) - Äther (akasha), Luft (vayu), Feuer (agni), Wasser (jala) und Erde (prithvi) – kombiniert werden, um die drei Temperamente oder Lebensenergien (doshas), die als Wind, Luft, Pneuma (Vata), als Feuer, Wasser, Chole (Pitta) und als Erde, Wasser Phlegma (Kapha) bekannt sind, zu bilden.

Jede Lebensenergie hat ihre eigenen Qualitäten und Funktionen für den Körper. Die Balance zwischen diesen Doshas bestimmt die individuelle Konstitution des Menschen (Pakriti) und seine Empfänglichkeit für Krankheiten. Die Konstitution wird außerdem beeinflusst durch die Stärke der „Verdauungskraft“ (Agni) und die Funktionsweise der Eingeweide (Kostha).

Sieben Gewebeformen (Dhatus) und ihre Abfallprodukte (Malas) bilden gemeinsam den physischen Körper und das Netzwerk der Kanäle der im Körper zirkulierenden Flüssigkeiten und Essenzen. Drei miteinander verbundenen universellen Komponenten, die drei Gunas – Reinheit (Sattva), Aktivität (Rajas) und Festigkeit (Tamas) – beeinflussen ebenfalls die Gesundheit und bestimmen die verschiedenen Gemütszustände. Krankheiten entstehen, wenn der Lebensstil oder mentale und externe Faktoren ein Ungleichgewicht in einer oder mehrerer dieser Komponenten verursachen.

Ayurveda heute

Ayurveda besteht auf der Grundannahme, dass verschiedene Inhaltsstoffe von Kräutern und Mineralien einen medizinischen Wert besitzen. Die medizinischen Eigenschaften dieser Inhaltsstoffe sind von Fachleuten dokumentiert worden und sie werden seit Jahrhunderten genutzt, um Krankheiten zu kurieren und eine bessere Gesundheit herbeizuführen. Die ayurvedischen Rezepturen werden aus Kräutern und Kräutermischungen hergestellt, entweder rein pflanzlich oder in Kombination mit Mineralien, Metallen oder anderen Inhaltsstoffen. Die Metalle und Mineralien werden in eigenständigen Prozessen gründlich gereinigt, bevor sie für medizinische Zwecke verwendet werden.

Heute wird Ayurveda auch in den westlichen Ländern immer populärer, allerdings werden nach wie vor die meisten Studien über Ayurveda in Indien durchgeführt. Studien belegen die Effektivität von Ayurveda bei der Bekämpfung vieler Krankheiten, einschließlich bei Verdauungs-, Haut- und bei gynäkologischen Problemen. Die Methoden des Ayurveda sind insbesondere wirksam bei nasalen Blockaden, schleppender Verdauung und bei Stress.

Patienten werden entsprechend ihrer Körpertypen (Pakriti) eingeteilt, die über die Proportionen der drei Doshas ermittelt werden. Krankheiten und Leiden werden als Auswirkungen der Unausgewogenheit der Doshas bezeichnet. Die Behandlung zielt auf die Wiederherstellung von Harmonie und Balance des psychisch-körperlichen Systems.